Bis zum Eintreffen des Fremden war Bescos ein gottverlassenes Nest mit 281 Einwohnern, null Kindern, drei Straßen und ein paar verfallenen Häusern. Das Leben friedlich bis eintönig, das langsame Ausbluten des Dorfes unausweichlich, denn die jungen Leute zieht es in die Stadt. Nur die hübsche Kellnerin Chantal Prym lebt noch in Bescos, ist aber fest entschlossen, das Kaff mit dem erstbesten Mann zu verlassen, der sie mitnimmt. Ist der Fremde endlich der Ersehnte?

Nein, der geheimnisvolle Mann mit dem merkwürdigen Schatten an seiner Seite hat ein ganz anderes unmoralisches Angebot im Gepäck: Elf Goldbarren will er den Dörflern schenken, wenn einer von ihnen innerhalb von sieben Tagen gegen das Gebot “Du sollst nicht töten” sündigt. Unermesslicher Reichtum gegen Mord — geht die grausige Rechnung des Dämons auf? Zum ersten Mal versteckt sich Chantal nicht vor den Herausforderungen des Lebens, sondern ist bereit, für ihr Glück zu kämpfen.

Nach Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte und Veronika beschließt zu sterben beendet der brasilianische Autor Paulo Coelho mit dem Bändchen Der Dämon und Fräulein Prym seine Trilogie über die Liebe, den Tod und die Macht — drei Antriebskräfte, die das Leben ganz gewöhnlicher Frauen in jeweils nur sieben Tagen auf den Kopf stellen. Dem begnadeten Erzähler Coelho, der seit seinem Bestseller Der Alchimist zu den meistgelesenen Autoren der Welt gehört, gelingt es erneut, simple Wahrheiten mit einfachen Worten in eine fabelhafte Geschichte zu verpacken und so seine Leser am Ende ein kleines Stückchen weiser zurück zu lassen. Belehrung kann so wunderbar und spannend sein!

 

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